Resilienz

Berufliche oder private Krisen treffen jeden von uns früher oder später. Die Fähigkeit, diese gut zu verkraften und sogar gestärkt aus ihnen hervorzugehen, wird als Resilienz bezeichnet. Nebenbei hilft diese auch generell erfolgreicher und glücklicher durchs Leben zu gehen. Resilienz ist nicht angeboren, sondern kann erlernt und trainiert werden.

Eine Geschichte zur Resilienz

Neulich in einem Unternehmen: Peter Johannes ist mittlere Führungskraft und seit kurzem alleinerziehender Vater. Sein Chef neigt zu cholerischen Ausbrüchen und seit ein Investor in die Firma eingestiegen ist, fürchtet jeder den drohenden Stellenabbau. Das aktuelle Projekt von Herrn Johannes bindet ihn zeitlich sehr ein, auch weil die Projektpartner sehr unzuverlässig sind und es dadurch zu Verzögerungen gekommen ist. Gerade wurde Herr Johannes von seinem Chef ins Büro zitiert. Aber Peter Johannes geht es gut. Wie schafft er das?

Beruf­licher und/oder privater Stress, gesundheitliche Ein­schränkungen und auch persönliche Schicksalsschläge gehören zum Leben. Für den einzelnen Menschen stellen sie mitunter große psychische Belastungen dar, die mittelfristig zu Beanspruchungsfolgen wie physische oder psychische Erkrankungen und erhöhten Suchtmittelkonsum führen können. Wie Menschen mit psychischen Belastungen umgehen, ist höchst unterschiedlich. Je besser die Bewältigung gelingt, desto ausgeprägter ist die sogenannte Resilienz eines Menschen. Der Begriff kommt ursprünglich aus der Physik und be­zeichnet dort Material, wie z.B. Schilf, das nach einer Belastung wieder in den Ausgangs­zustand zurückkehrt. Die Psychologie hat den Begriff übernommen und bezeichnet mit ihm die psychische Widerstandskraft eines Men­schen, d. h. die Fähigkeit selbst schwierigsten Lebenssituationen zu begegnen, ohne daran zu zerbrechen.

Was ist Resilienz?

Aber was genau macht Resilienz aus? Schauen wir uns noch einmal Herrn Johannes an: seinen cholerischen Chef kennt er schon eine Weile und er hat sich mit seiner Eigenart abgefunden, weil er weiß, ändern kann er ihn eh nicht (Akzeptanz). Bei seinem Projekt konzentriert er sich auf die kleinen Erfolgserlebnisse und genießt mit seinen Kindern ganz bewusst die Zeit (positive Emotionen). Als er zu seinem Chef zitiert wird, geht er davon aus, dass nichts Schlimmes auf ihn wartet und ganz egal was kommt, es gut ausgehen wird (Optimismus). Falls ihn sein Chef doch wieder sehr persönlich kritisieren sollte, weiß er um seine guten Kompetenzen und seinen Wert als Mensch (positive Selbstwahrnehmung). Inzwischen hat er für sich auch ein paar Tricks entwickelt, mit denen er die Ausbrüche seines Chefs beeinflussen kann (Kontrollüberzeugung). Und wenn ihm das mit seinem Chef dann doch irgendwann zu bunt werden sollte, dann sucht er sich schnell eine andere Stelle (Selbstwirksamkeitserwartung). Auch weil ihm seine vielen Freunde und Bekannten dabei unterstützen würden, wie sie es auch schon bei anderen Gelegenheiten gemacht haben (soziales Netzwerk). Diese sieben Faktoren machen die Resilienz aus: Akzeptanz, positive Emotionen, Optimismus, positive Selbstwahrnehmung, Kontrollüberzeugung, Selbstwirksamkeitserwartung und ein soziales Netzwerk.

Die Grundlagen für Resilienz werden in der Kindheit gelegt. Wer als Kind z. B. Wertschätzung, die Bewältigung von schwierigen Situationen und ein klares, verlässliches Umfeld erleben durfte, wird psychisch widerstandsfähiger werden. Auch im Erwachsenenalter kann die Resilienz noch verbessert werden. Doch es braucht Zeit, um verfestigte Denk- und Handlungsmuster zu verändern. Gelingen kann dieses durch gezielte Förderung in Workshops und eigenen Übungseinheiten. Dadurch lernen wir, uns und unsere Umwelt mit anderen Augen wahrzunehmen und auch die eine oder andere „Mutprobe“ zu wagen: Resilienz ist wie ein Muskel, der durch Übung stärker wird und durch Vernachlässigung verkümmert.

Der betriebswirtschaftliche Nutzen

Auch für die Unternehmen ist Resilienz ein wichtiges Thema. In den meisten Personalabteilungen ist inzwischen angekommen, dass mit resilienten Mitarbeitern die Produktivität erhalten oder sogar zu erhöht werden kann – gerade in schwierigen Zeiten. Ziel von Resilienztraining ist es nicht Mitarbeiter auf der Schwelle zum Burn-Out wieder aufzurichten, sondern dass diese bereits im Vorfeld lernen, auch unter schlechten Rahmenbedingungen auf sich selbst zu achten und somit auf lange Sicht gesund zu bleiben.

Wie erging es jetzt Peter Johannes im Büro seines Chefs? Der Chef sagte zu ihm: „Gut dass sie so schnell kommen konnten. Leider muss ich sehr kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen meinen Arbeitsplatz aufgeben. Nachdem ich eben darüber mit der Geschäftsführung gesprochen habe, frage ich Sie jetzt: Können Sie sich vorstellen meine Position sofort zu übernehmen?“ Was hat da wohl Herr Johannes geantwortet?

Wollen Sie Ihre Resilienz oder die Ihrer Mitarbeiter verbessern? Dann nehmen Sie doch Kontakt auf!